
Spam-Mails werden nicht nur zahlreicher, sie werden auch aggressiver.
Gestern erhielten wir als Agentur eine Spam-E-Mail von einem Anwalt, welcher tatsächlich hier in der Nähe bei uns arbeitet. In der E-Mail hieß es, wir hätten auf diverse Schreiben nicht reagiert und Kunde „X“ hätte den Vorfall nun zur Anzeige gebracht.
Gestern erhielten wir als Medienagentur eine Spam-E-Mail von einem Anwalt, welcher tatsächlich hier in der Nähe bei uns arbeitet. In der E-Mail hieß es, wir hätten auf diverse Schreiben nicht reagiert und Kunde „X“ hätte den Vorfall nun zur Anzeige gebracht.
Auf den ersten Blick ist es keine absurde Spam-Mail, welche man sofort in den Spam-Ordner schiebt. In diesem Fall hat sich der Hacker viel Zeit genommen, um sich Gedanken zu machen wo Verbindungen bestehen. Den Namen des Kunden konnten wir bisher nicht genauer zuordnen. Evtl. wurde dieser etwas abgeändert und oder jemand hat irgendwo einen ähnlichen Namen bei unseren Referenzen oder Bewertungen aufgegriffen. Wir haben abschließend keinen Kunden unter dem Namen gefunden.

Im Anhang dieser Mail war eine Word-Datei (*.doc). Das Vorschaubild sah etwas anders aus als normalerweise. Das weist darauf hin, dass man den Bearbeitungsmodus aktivieren muss um die Datei richtig öffnen zu können.
Hinweis: .doc Dateien bzw. Word Dateien werden oft mit Makros verschickt. Sobald man die Datei öffnet und eine Meldung bestätigt, kann die Datei im Hintergrund Skripte/Anwendungen ausführen. Bitte immer genau prüfen, ob die Mail echt ist (oder sein könnte) und erst dann Dateien öffnen. Am besten wäre es, wenn man auf Word-Dateien per E-Mail verzichtet.
Als wir die Datei geprüft haben, haben wir festgestellt, dass es möglicherweise ein Virus ist. Ein Scan mit Virus Total brachte folgendes Ergebnis:

Einen Tag später haben wir folgenden Artikel (Thema Spam) entdeckt:
Emotet bei Heise
Heise-Netz hatte eine ähnliche E-Mail mit DOC Datei und Makros bekommen und ein Mitarbeiter hat die Mail geöffnet. Ein großes Desaster folgte und nun sind zahlreiche Rechner vom Netz genommen worden. Diese werden stillgelegt oder neu installiert.
Woran sich solche Mails erkennen lassen
Die Muster wiederholen sich, auch wenn die Geschichten wechseln. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn eine Mail Druck aufbaut und eine kurze Frist setzt – etwa mit einer angeblichen Anzeige, Mahnung oder Kontosperrung. Typisch sind außerdem eine unpersönliche Anrede trotz angeblich laufendem Vorgang und ein Anhang oder Link, über den Sie „die Details“ erfahren sollen. Genau dort sollten Sie innehalten: Anhänge laden Schadsoftware nach, Links führen auf nachgebaute Anmeldeseiten, die Ihre Zugangsdaten abgreifen.
Erpressungsmails: warum dort ein echtes Passwort steht
Eine zweite verbreitete Variante behauptet, man habe Ihren Rechner übernommen, und nennt als „Beweis“ ein Passwort, das Sie tatsächlich einmal verwendet haben. Das beunruhigt, hat aber meist eine nüchterne Erklärung: Solche Passwörter stammen aus alten Datenlecks fremder Dienste und werden als Listen weitergereicht – sie belegen keinen Zugriff auf Ihr Gerät. Auch die geforderte Zahlung in einer Kryptowährung ist ein deutliches Zeichen.
So reagieren Sie richtig
Antworten Sie nicht und zahlen Sie nichts – eine Antwort bestätigt nur, dass die Adresse aktiv gelesen wird. Taucht in der Mail ein Passwort auf, ändern Sie es überall dort, wo Sie es noch nutzen, und vergeben Sie pro Dienst ein eigenes. Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Anmeldung, damit ein bekanntes Passwort allein niemandem mehr nützt. Ob Ihre Adresse in einem bekannten Datenleck auftaucht, können Sie kostenlos bei Have I Been Pwned nachsehen.
Wir filtern ein- und ausgehende Nachrichten auf Spam, Viren und Phishing, bevor sie Ihr Postfach erreichen — und archivieren Ihre geschäftliche Korrespondenz rechtssicher. Basisschutz ab 5,50 € im Monat je Domain, Archivierung ab 4,50 €.
E-Mail-Schutz ansehenFazit: Gesunde Skepsis ist der beste Schutz
Eine gesunde Skepsis bei Mail-Anhängen kann nie schaden. Auch Tools wie „VirusTotal“ können hier schnelle Abhilfe schaffen.
Des Weiteren können wir unseren Kunden E-Mail-Schutz und Archivierung anbieten. Mit diesem Schutz ist es möglich, .doc Dateien im Anhang mit Makros zu verbieten.
Diese würden also erst gar nicht Ihr Postfach erreichen. In dem Fall war die E-Mail sehr ausgereift. Es war nur anhand des Vorschaubildes der Datei zu erkennen war, dass es eine unseriöse E-Mail ist.
Falls Sie Unterstützung zu diesem Thema benötigen, sprechen Sie uns gern an.